Montag, 3. September 2007
Death Proof
flonold, 00:00h
"Ich mache meine fucking Wäsche, wann ich meine fucking Wäsche machen will."
Wer Lust hat, Dialoge auf diesem Niveau zu lauschen, sollte sich Quentin Tarantinos neuen Film "Death Proof" anschauen. Alle anderen: Lasst es sein!
Stuntman ermordet Frauen, indem er mit seinem Auto in die ihren kracht.
Ja, stimmt, dass ist die Inhaltsangabe des Films.
Es ist das, was man an einer die Geschichte vorantreibenden Handlung festellen kann und diese wurde konsequent, übertrieben, sehr gemein und knallhart inszeniert. Daran kann man dann auch exakte fünf Minuten seine Freude haben.
Wie wurden nun die restlichen 108 Minuten des Films mit Inhalt gefüllt?
Mit endlosen Dialogen von zweimal vier jungen Frauen, die sich in ihrer eigenen Schönheit, Jugend und der daraus anscheinend zwangsläufig folgenden Coolness sonnen. Das Zitat oben steht exemplarisch für ihren Lebensinhalt: Ich mache was ich will und wann ich es will. Diese Stärke ist allerdings bei den ersten vier Frauen nur vordergründig, da es die Männer immerwieder schaffen, sie umzustimmen (siehe Autoknutschen oder Lapdance), was dann auch dazu führt, dass sie von Stuntman Mike gefickt werden, um im Jargon des Films zu bleiben. Erst die zweite Frauengruppe ist stark genug, und wickelt die Männer um den Finger. All dies ist ja ein interessantes Thema und passt zur aktuellen Debatte um die "Alphamädchen", die den Männern das Leben in Zukunft noch schwerer machen werden, allerdings ist die Umsetzung davon einfach grottig:
1. Problem: Die gesprochene Sprache des Films funktioniert einfach nicht mehr. Was Mitte der Neunziger neu und cool war, ist heute nur veraltet und platt und langweilig. Vielleicht war eine Hommage an die Filme der Siebziger geplant, allerdings hatten diese etwas, was Death Proof vollkommen fehlt: Der Charme des Unbeholfenen, Unvollkommenen, des Gewollten, ohne Einsicht in die begrenzten Mittel, die verfügbar waren. (Dies wird zumindest vermittelt, vielleicht auch wegen der zeitlichen Distanz.) Und so zieht sich das alles in die Länge und man ist gelangweilt und sitzt enttäuscht vor der Leinwand und denkt sich: "Öde."
Und hierauf folgt das 2. Problem: Die alt und fehlerhaft wirken sollende Darstellung, also kurzer Farbwechsel, Schlieren und Risse auf der Spule, usw.. Hier wirkt es einfach zu professionell, um Spaß zu machen. Man weiss, dass es gewollt ist, und dieses Wissen verleidet dem Zuschauer die Lust am Sehen.
Ein 3. Problem gibt es noch: Warum steigt die Stuntfrau nicht während der Verfolgungsjagd am Ende schnell in den Wagen? Gelegenheiten hätte sie genug dafür.
Fazit: Gewollt schlecht ist eben auch schlecht.
Wer Lust hat, Dialoge auf diesem Niveau zu lauschen, sollte sich Quentin Tarantinos neuen Film "Death Proof" anschauen. Alle anderen: Lasst es sein!
Stuntman ermordet Frauen, indem er mit seinem Auto in die ihren kracht.
Ja, stimmt, dass ist die Inhaltsangabe des Films.
Es ist das, was man an einer die Geschichte vorantreibenden Handlung festellen kann und diese wurde konsequent, übertrieben, sehr gemein und knallhart inszeniert. Daran kann man dann auch exakte fünf Minuten seine Freude haben.
Wie wurden nun die restlichen 108 Minuten des Films mit Inhalt gefüllt?
Mit endlosen Dialogen von zweimal vier jungen Frauen, die sich in ihrer eigenen Schönheit, Jugend und der daraus anscheinend zwangsläufig folgenden Coolness sonnen. Das Zitat oben steht exemplarisch für ihren Lebensinhalt: Ich mache was ich will und wann ich es will. Diese Stärke ist allerdings bei den ersten vier Frauen nur vordergründig, da es die Männer immerwieder schaffen, sie umzustimmen (siehe Autoknutschen oder Lapdance), was dann auch dazu führt, dass sie von Stuntman Mike gefickt werden, um im Jargon des Films zu bleiben. Erst die zweite Frauengruppe ist stark genug, und wickelt die Männer um den Finger. All dies ist ja ein interessantes Thema und passt zur aktuellen Debatte um die "Alphamädchen", die den Männern das Leben in Zukunft noch schwerer machen werden, allerdings ist die Umsetzung davon einfach grottig:
1. Problem: Die gesprochene Sprache des Films funktioniert einfach nicht mehr. Was Mitte der Neunziger neu und cool war, ist heute nur veraltet und platt und langweilig. Vielleicht war eine Hommage an die Filme der Siebziger geplant, allerdings hatten diese etwas, was Death Proof vollkommen fehlt: Der Charme des Unbeholfenen, Unvollkommenen, des Gewollten, ohne Einsicht in die begrenzten Mittel, die verfügbar waren. (Dies wird zumindest vermittelt, vielleicht auch wegen der zeitlichen Distanz.) Und so zieht sich das alles in die Länge und man ist gelangweilt und sitzt enttäuscht vor der Leinwand und denkt sich: "Öde."
Und hierauf folgt das 2. Problem: Die alt und fehlerhaft wirken sollende Darstellung, also kurzer Farbwechsel, Schlieren und Risse auf der Spule, usw.. Hier wirkt es einfach zu professionell, um Spaß zu machen. Man weiss, dass es gewollt ist, und dieses Wissen verleidet dem Zuschauer die Lust am Sehen.
Ein 3. Problem gibt es noch: Warum steigt die Stuntfrau nicht während der Verfolgungsjagd am Ende schnell in den Wagen? Gelegenheiten hätte sie genug dafür.
Fazit: Gewollt schlecht ist eben auch schlecht.
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